Heute gab es ein richtig lecker es und abwechslungsreiches Frühstück. Neben dem sonst so köstlichem Essen gab es heute noch zu unser aller Freude Nutella und Schockocrispies mit Milch. Ungewohnt, aber lecker schmierten wir diese Köstlichkeit, die uns bis dahin vorenthalten war aufs Fladenbrot. Gesättigt und müde ging es für uns dann in den Workshop. Nach einem kurzen wiederholen der Namen, ging es mit einem Vertrauensspiel weiter, bei dem wir einer nach dem Anderen in die Arme der restlichen Gruppe sprangen und darauf hofften nicht fallen gelassen zu werden. Dabei wurde es Manchen Angst und Bange, doch überlebt haben wir es dann schließlich doch noch alle. Anschließend hatten wir einen Austausch über „Family and Life“ mit Hilfe von Bildern gestaltete sich das weitere Kennenlernen sehr gelungen. Eine Unterhaltung über kulturelle Unterschiede und das Anpassen in einem Land führte zu einer aufschlussreichen Diskussion. Das Mittagessen war lecker, doch nicht sehr anders als die vorherigen. Da hier im Haus nun wohl bekannt ist, dass Deutsche gerne Kartoffeln essen, bekamen wir ein weiteres Mal Kartoffeln vorgesetzt. Nach einer Ruhepause, wo fast alle von uns schliefen. ging es in die City Joypurhat. Dort schauten wir uns ein Theaterstück an, wo eine aus unserer Austauschgruppe mitspielte. Bei diesem ging es um politische Themen und Machverteilung. In einer lustigen Darstellung, bei der um eine Banane gestritten wurde, wurde uns dies näher gebracht. Uns gelang es nicht auf Anhieb den Hintergrund zu verstehen, doch eine anschließende Besprechung erwies sich als sehr aufschlussreich. Danach besichtigten wir noch eine alte Bibliothek, die praktischer Weise direkt nebenan lag. Den Abschiedsabend gestalteten wir mit unseren neuen Freunden gemeinsam. Sowohl Schüler als auch Lehrer und Betreuer versuchten mit vielen Ideen den Abend möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Und nach einem 2 ½ stündigen Programm wird jetzt bis tief in die Nacht weitergefeiert – aber wohl ohne uns … wir sind einfach zu müde.
Sonntag, 13. November 2011
Samstag, 12. November 2011
12.11.2011 Joypurhat
Mit Blick auf ein Geckobaby berichten wir nun vom heutigen Tag: Gestärkt durch ein Frühstück, es gab Cornflakes, Milch und Nutella, begann der Workshop um 9:30 Uhr mit einem Check-In. Danach wurden wir, um spielerisch in den Tag einzusteigen, in 3 Gruppen á 5 Leute eingeteilt. Ausgestattet mit einem Ei, zwei Blättern Papier, Kordel, Tesafilm und zwei Luftballons, spielten wir „Flying Egg“. Ziel war es das Ei aus ca. 2m Entfernung fallen zu lassen und zwar so, dass es Heil unten ankommt. Nach 20 Minuten Bearbeitungszeit überwand eine Gruppe diese erste Hürde schon mal nicht. Bei der zweiten Hürde (ca. 5 Meter Höhe) scheiterte auch das „Ohren-Modell“. Schließlich gelang es nur Team 3, die ein physikalisch ausgeklügeltes Fallschirmmodell bastelten, auch die 3. Hürde, welche über 6 Stockwerke ging, zu überwinden. Danach gönnten wir uns einen wohlverdienten Snack, bestehend aus zwei Keksen pro Kopf. Der Workshopraum wurde während dessen kurzerhand zu einem Kreativ-Raum verwandelt. Dort ließen sich zwei der „Skillworkshop-Gruppen“ nieder. Während in der einen Ecke eine Henna-Party veranstaltet wurde, funktionierte man die Maler-Gruppe zur Yoga-Gruppe um, Die dritte Gruppe, in welcher sich unter dem Motto „Music/Dance“ die meisten Teilnehmer versammelten, versuchte während dessen „In the jungle“ auf dem Harmonium zu spielen. Letztendlich kam dabei ein Klatschohrwurm raus, den besonders die bengalischen Teilnehmer nicht aus den Ohren/Händen bekamen (und wir dank ihnen auch nicht). Nachdem wir das außergewöhnliche Mittagsmahl zu uns genommen hatten- wer hätte wohl gedacht, dass es Reis gibt- fuhren wir zu 18 in nur zwei Wagen zum Paharpur. Nachdem wir, als Ausländer, erst einmal einen Extratarif zahlen durften, führte uns unser Weg zunächst einmal durch ein kleines Museum und dann auf eine Wiese auf der eine große Ruine steht. Dank eines kleinen geschichtlichen Kurzvortrags erfuhren wir, das diese zu Weltkultur erbe gehört. Diese ließ auch Herzen höher schlagen und neue „Freundschaften“ entstanden. Trotz anfänglicher Skepsis entpuppte sich die Besichtigung um und auf der Ruine als sehr interessant, auch wenn wir die Hälfte der Zeit damit verbrachten lächelnd in Kameralinsen zu schauen. Nach „10 Minuten“ (hier wird die Zeit ja eh nie so genau genommen) Souvenirladen-Bummel, begaben wir uns auf den Rückweg. Auch dieser war sehr aufschlussreich. Wir stellten beispielsweise fest, dass Guantanmo nicht in Spanien und Pakistan nicht in Amerika liegt. Nach dem heiß ersehnten Kokossnack hatten wir noch eine halbe Stunde Zeit um uns Füße zu brechen und anschließend essen zu gehen. Zum Abschluss nochmal die Selbsthilfegruppe. Nun freuen wir uns auf eine Nacht mit vielen „Woodworms“, die mit uns die Betten teilen. Und hoffentlich laufen um 2 Uhr nachts auch noch mal die Bangladeschis fangen spielend durch das Haus.
Freitag, 11. November 2011
11.11.2011 Joypurhat Karneval ohne uns!
Auch der heutige Tag begann wieder früh um 8.30 Uhr. Nach dem Frühstück ging es weiter mit Namen kennen lernen. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass es so viele bengalische Namen gibt, die alle gleich klingen und so viele verschiedene Möglichkeiten unsere Namen auszusprechen. Nach dieser kräftezehrenden Angelegenheit gab es zum Glück einen kurzen Snack, dann ging es weiter mit einem bildlichen Einstieg in die Themen Globalisierung und Menschenrechte, bei dem die Welt vernetzt dargestellt wurde.
Obwohl diese Rechte in jedem Land und für jeden gewährleistet sein sollten, stellte sich schnell heraus, dass dies in Bangladesch, im Gegensatz zu Deutschland, nicht der Fall ist. Zwar gibt es in Bangladesch zum Beispiel ein Gesetz, das besagt, dass Mädchen erst ab 18 und Jungen ab 21 heiraten dürfen, doch sieht der Alltag vor allem auf dem Land noch oft anders aus, indem durch korrupte Standesbeamte Heiratsurkunden gefälscht werden. Auch wenn Paare, die nicht verheiratet sind und eine heimliche Beziehung führten erwischt werden, können, zumindest auf dem Land das deutlich konservativer als die Städte sind, vor allem die Frauen mit brutalen Strafen rechnen. Auch kann nicht jeder auf medizinische Hilfe hoffen, wenn er diese nicht bezahlen kann. Und dies obwohl offiziell Bangladesch die Menschenrechte anerkannt hat. Zum Mittagessen gab es wie durch ein Wunder gab es ein bisschen Heimat: Kartoffeln. Noch nie hatten uns einfache Salzkartoffeln so gut geschmeckt, und unsere Nerven so gut gestärkt. Am Nachmittag erwartete uns ein „Pressetermin“. Der Journalist kam natürlich wie jeder Bangladeschi eine Stunde zu spät, stellte ein paar Fragen, bekam seine Antworten, auch die die uns betrafen, von unsren bangladeschischen Workshoppartnern. Danach bekamen wir noch das freundliche Angebot, dem Journalisten ein paar Fragen zu stellen. Offensichtlich ist Auto fahren hier nicht das einzige, was anders herum passiert. Dann gab es noch ein Gruppenfoto und zum Höhepunkt des Ganzen versaute er uns natürlich um 16.11 Uhr unseren Einstieg in den kölschen Karneval! Um den Tag noch etwas zu genießen, fuhren die meisten in die nahe gelegene Stadt und kauften Schokolade ein. Jetzt geht’s gleich zum Abendessen und es soll wieder Kartoffeln geben; die Vorfreude ist also groß.
Donnerstag, 10. November 2011
Heute konnten wir zu unserer Freude ausschlafen. Diese Möglichkeit konnten allerdings leider nicht alle von uns nutzen. In unserem neuen Alcatraz-Hotel konnte man von krähenden Hähnen und donnernden Güterzügen über bellende Hunde bis zu singenden Gebetsaufrufen alles hören. Auch der Truck der ab und zu mal mit durchgehender Hupe vorbei fuhr war nicht zu überhören. Dadurch durften wir also aufmerksam am bengalischen Nachtleben teilhaben. Der Vormittag verlief dann jedoch ruhig angenehm. Während ein Teil von uns noch eine Klausur zu schreiben hatte, versuchte der Rest den langsam eintrudelnden bangladeschischen Workshoppartnern UNO beizubringen.
| Gelber Saaal in Bangladesch |
Als der Vormittag dann vorbei war, gab es Essen und wir begaben uns wieder an unsere übliche Tätigkeit: Dem Karten spielen. Am späten Nachmittag, als alle Teilnehmer eingetroffen waren, hatten vor allem einige Teilnehmer des letztjährigen Austauschs, die wir über die Feiertage wiedergetroffen hatten und die noch bei uns sind, einen sehr stimmungsvollen Einstieg für unseren Workshop vorbereitet. Auf ein Signal durften wir über eine Treppe, die von Kerzen gesäumt war, auf das Dach steigen. Dort sollten wir unsere Hände erst in Erde tauchen, dann in Wasser, anschließend über Flammen halten und tief einatmen, um in dieser Vollmondnacht die vier Elemente zu fühlen, die überall auf der Welt gleich sind.
Danach ging das Programm dann in den etwas konkreteren Teil über. In unserem Workshopraum wurden wir symbolisch alle „in’s Boot“ aufgenommen, und so ruderten wir, von einem bekannten bangladeschischen Lied begleitet, gemeinsam zum Workshop nach Joypurhat. Dort „angekommen“ wurden in verschiedenen Grüppchen ein paar Kennenlerngespräche geführt, schließlich ging es zum Abendessen, wo es doch nach „100-Millionenfacher“ Absprache keine Salzkartoffeln gab. Aber mal zu unserer „Überraschung“ Chicken mit Reis. Jetzt lassen einige noch den Abend auf dem Dach ausklingen, während die anderen den verlorenen Schlaf wieder aufzuholen versuchen werden. Vom Dach aus kann man übrigens ziemlich weit schauen und es ist im Gegensatz zum Rest des Gebäudes echt schön dort oben. Nun wünschen wir allen eine gute Nacht und hoffen morgen wieder fit in den Tag zu starten.
Mittwoch, 9. November 2011
9.11.2011 Gaibandha > Joypurhat
Heute war Duschtag- so wird er uns zumindest im Gedächtnis bleiben- denn wir konnten das erste Mal alle warm duschen. Nach einem Abwechslungsreichen Frühstück- bei dem es zum üblichen Essen noch Kokosnuss gab- machte sich die Hälfte unserer Gruppe zu neuen Unternehmungen auf. Die Anderen machten sich heute mal einen gemütlichen Tag mit langem Schlafen und spätem Frühstück, damit sie für morgen wieder fit sind und ihre Klausuren schreiben können. Wir, die aktive Gruppe, fuhren als erstes zu einer Schule, die einer Grundschule ähnelt, da dort erste bis fünfte Klasse unterrichtet wird. Diese Schule hatte zudem sogar noch eine Vorschulklasse. Wir wurden prächtig empfangen: Blumenketten bekamen wir umgehängt und ein Sturm aus Blumen wehte uns entgegen, sodass sich manch einer erschrak. Als wir am Ende unseres peinlichen Weges durch die Menschenmenge ankamen, stellten sich die Kinder nach Klassen sortiert in Reihen auf und folgten auf das Pfeifen eines Fünftklässlers. Es bot sich uns ein ungewöhnlicher Anblick, wie Schule mal anders beginnen kann. So folgte ein Aufwärmprogramm besonderer Art. Sie sangen und bückten sich, dann klatschten sie ab und zu, wobei sich Manche von uns erschreckten und wieder aufgeweckt wurden, da uns die Müdigkeit ständig verfolgte. Wir gingen in eine der Klassen rein, die ähnlich wie die anderen schon vorher besichtigten Schulen war, nur das die Klasse aus gerademal vierzehn Schülern bestand. Dort alle Fragen geklärt ging es für uns auch schon weiter zu einem örtlichen Office von GUK. Dort auf einen „Tee“ eingeladen, bekamen wir auch schon unser zweites Frühstück. Nach einigen Informationen über das von ihnen betreute Projekt „Ein Leben lang genug Reis“ kam wieder Mal eine kurze Busfahrt. Von dort zu Fuß durch Wiesen und Felder und besonders viel Sand, kamen wir an einen Fluss, durch den wir durch liefen, teils auch planschten. Gut gelaunt und erfrischt vom Wasser, liefen wir weiter über viel Sand, Felder und Wiesen. Von Menschen verfolgt liefen Manche am Ziel vorbei. Als sich dann doch alle noch am rechten Ort zusammen fanden, trafen wir die Frauen dieses Projekts. Diese berichteten uns ausführlich über ihre bisherigen Erfolge und über ihre Ziele. Manche hatten ihre Kinder, teils noch Babys dabei, welche es manchmal erschwerten aufzupassen, da sie stark die Aufmerksamkeit auf sich lenkten. Dann noch ein Haus, eine Kuh und eine Toilette begutachtet, ging es für uns den ganzen Weg, mit einem Schweif aus freundlichen, neugierigen Menschen, wieder zurück. Bei über 30°C kamen wir erschöpft und teils wieder nass geworden an den Bussen an. Nach einer halben Ewigkeit kamen wir am GUK-Office in Gaibandha an, wo die Anderen nun ausgeschlafen und vom Mittagessen, das wir verpasst hatten, gesättigt waren. Manche von uns aßen noch schnell etwas, andere duschten noch, dann wurden noch die Koffer gepackt und in den Bussen verstaut. Innerhalb von zwei Stunden kamen wir dann auch schon in Joypurhat an, wo wir uns in alle Himmelsrichtungen einmal verfuhren. Dann doch schließlich noch das Ziel erreicht, gingen wir in das Gebäude von einer NGO (Non Governmental Organisation), wo wir Zimmer gezeigt bekamen, die schön mit Teppich und einem europäischen Klo ausgestattet waren. Diese Zimmer gab es jedoch leider nur vereinzelt und waren schnell vergriffen. So bekamen die Meisten von uns Gefängniszellen mit kargem Fußboden und grünen Gitterfenstern, die verriegelt waren. Nun werden wir die erste Nacht antreten und hoffen, dass unser Gefängnisinsassen (Kakerlake, Gecko und Co.) uns in Frieden lassen.
Dienstag, 8. November 2011
8.11.2011 Gaibandah
Der Tag begann ganz normal wie jeder andere Tag auch, und zwar mit einem Frühstück. Danach ging es mit den Bussen ca. 1,5 Stunden zu Nahid, einem Schüler, der letztes Jahr im Rahmen des Austausches an unserer Schule war. Dort angekommen wurden wir, wie wir es schon gewöhnt sind, in ein Zimmer „abgeschoben“ um uns kurz zu erholen und einen süßen Imbiss zu essen. Dann machten wir, und die ca. 40 Schaulustigen (inklusive ihrer Handykameras) eine Besichtigungstour. Nach ca. 20 Minuten gehen in der Sonne und schwitzen in der Menge waren wir so fertig , dass wir uns ersteinmal in Nahid`s Garten ausruhen mussten. Da unsere Lieder für den heutigen Abend noch nicht ganz gesessen haben (und es auch nie sein werden), vertrieben wir uns die Zeit bis zum Essen mit proben. Als schließlich das Essen serviert und unser Hunger mehr als gestillt war, durften wir „kurz“ Fotos mit der Familie machen. Unsere Rettung erschien nach gefühlten 2 Stunden lächeln in Form von Tonmoi. Auch er war letztes Jahr an unserer Schule gewesen und unser Grund aufzubrechen. Natürlich durften wir nicht gehen, bevor wir nicht noch einen letzten Snack zu uns genommen hatten . Aber nach 20 Minuten Verspätung stiegen wir dann doch noch in den „grün-weißen Partybus“ ein, der mal wieder durch Spiele, Gesang und Traubenzucker die Laune oben hielt. Der andere Bus durfte sich währenddessen mit Schlaglöchern begnügen (Muhaha J). Als wir dann schließlich in unserer Bleibe bei GUK angekommen waren, liefen die Vorbereitungen für den Cultural-Evening bereits auf Hochtouren. Wir verkrochen uns noch kurz in unsere Zimmer und zockten mal wieder Karten, bis dann so gegen 19h eine SMS von Agata kam, dass wir doch bitte so schnell wie möglich runter kommen sollten, da bereits nach uns gerufen wurde. Der Abend war aber dennoch ein voller Erfolg (bis auf unsere Aufführungen). Es wurde viel getanzt und gesungen, Höhepunkt war unser Bhalo-Song auf bengalisch (oder besser gesagt: unsere Blamage auf bengalisch). Aber immerhin hat Herr Couchoud den Text (einigermaßen) gekonnt! Es wurden wiedermal viele Fotos von und mit uns gemacht, aber dann durften wir schließlich doch noch essen gehen. Nach kurzem Zweifeln stand dann aber doch fest: Es gab NUDELN!!!! :-) !!!!! Als unsere Teller bis auf die letzte Nudel rartzeputzeleer waren, gingen wir hoch zur „Selbsthilfegruppe“ (Meeting). Wir sprachen das weitere Programm durch, mussten dann aber schließlich doch kapitulieren bevor wir alle am Tisch eingeschlafen wären. Jetzt wird vielleicht noch ein wenig Doppelkopf gespielt- vielleicht aber auch nicht, da wir ja morgen schon um 8 Uhr Frühstücken müssen.
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